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In den letzten Monaten haben sich zahlreiche der sogenannten Cannabis Clubs in Deutschland gebildet. Diese Vereine dürfen ab Sommer legal Cannabis an ihre Mitglieder ausgeben. So sieht es das neue Gesetz vor, das nach jahrelangen Streitigkeiten am 1. April in Kraft tritt. Das Cannabisgesetz erlaubt den Eigenanbau zuhause und den Konsum in der Öffentlichkeit. Wer in den eigenen vier Wänden keinen Hanf anpflanzen, aber trotzdem rauchen möchte, für den sind die Cannabis Social Clubs. Das Konzept geht auf eine europäische NGO zurück und wird in anderen Ländern ebenfalls umgesetzt. Die Bundesregierung bezeichnet die Strukturen schlicht Anbauvereinigungen.

Ein Club darf nur 500 Personen aufnehmen. Und das wird zum Problem für viele lokale Netzwerke. Der Cannabis Social Club Berlin beispielsweise hatte diese Ziffer schon erreicht, da war das Gesetz nicht einmal beschlossen. Aktuell zähle die Vereinigung 6000 Anmeldungen, sagt Vorsitzender Torsten Dietrich, langjähriger Hanfaktivist. Allein 1000 Neuanmeldungen seien es am vorigen Wochenende gewesen. Der Münchner Verein CSC Greeners hat eigenen Angaben zufolge bisher 1200 Anfragen auf dem Tisch. Mit dieser Flut an Cannabis-Interessierten gehen die Anbauvereinigungen unterschiedlich um.

Die Idee solcher Clubs ist es, den Schwarzmarkt zu bekämpfen und sauberes Marihuana auszugeben. Der Berliner Aktivist Dietrich glaubt, dass die Preise zu Beginn ähnlich hoch, langfristig aber günstiger sein werden. Die Höhe der Mitgliedsbeiträge legen die Vereine selbst fest. Einige verlangen lediglich eine Grundgebühr für Verwaltung und Buchhaltung. Die Mitgliedschaft erlaubt den Personen dann, Cannabis zum Selbstkostenpreis zu beziehen. Im Münchner Greeners Club zahlen die Mitglieder derzeit 160 Euro pro Jahr, in Krefeld 60 Euro. Die genauen Kosten für die Abgabe werden in den Gemeinschaften noch diskutiert. Die meisten rechnen mit rund sieben Euro pro Gramm.

Die Clubs können aber auch eine monatliche Pauschale abhängig von der gewünschten Cannabismenge beschließen. So ein Modell plant der Berliner Cannabis Club. Dort zahlt man derzeit zwölf Euro für ein Jahr. Sobald das Cannabis reif ist, wolle der Verein eine Staffelung nach Gramm einführen. Für 50 Gramm jeden Monat könnte der Verein etwa 120 Euro Monatsbeitrag verlangen.

Da die Clubs als Vereine eingetragen sind, dürfen sie kein wirtschaftliches Ziel verfolgen. Sie dürfen zwar Gewinne erzielen, damit sollen aber Logistik, Miete, Versicherungen und andere Fixkosten getilgt werden. „Wir wollen uns ja nicht an unseren Mitgliedern bereichern“, sagt der Berliner Torsten Dietrich.

In den ersten Monaten passiert in den Cannabis Clubs noch nicht viel. Denn erst ab dem 1. Juli dürfen die Vorsitzenden den Eigenanbau beantragen. Wenn die zuständigen Behörden grünes Licht geben, dürfen die Farmen in Betrieb genommen werden. Da die Cannabis Clubs nicht zum kommerziellen Zweck dienen, ist ein Weiterverkauf von Cannabis anderer Hersteller verboten. Mitglieder bekommen in den Vereinen nur das Cannabis, was diese selbst ernten. Und das wird dauern.

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